"Warum fallen beim Entfernen der Stöpsel die Polster aus meiner Flöte?"
Wir verwenden eine komplett andere Art von Ringen, die die Polster in den Klappendeckeln halten. Diese Ringe sind so konstruiert, dass mit einem speziellem Werkzeug der Polsterwechsel oder ähnliche Arbeiten sehr zeitsparend und präzise durchgeführt werden können. Dazu ist ein kleiner Grat an der Innenseite notwendig, der gleichzeitig als Auflage für die Miyazawa Stöpsel dient. Werden stattdessen andere Stopfen verwendet, die üblicherweise zum Entfernen nach innen durchgedrückt werden kann es vorkommen, dass der Druck auf den Grat den gesamten Ring löst. Daher unsere Bitte: Verwenden Sie am besten die Original Stöpsel und drücken Sie auch diese nicht nacht innen durch. Auch wenn es vielleicht ungewohnt ist, aber die Zeitersparnis bei Reparaturarbeiten kommt Ihnen wieder zu gute und hat letztlich nichts mit mangelnder Qualität zu tun - im Gegenteil!
"Was ist der Unterschied zwischen "PA-", "PB-" und "BR-" Modellen ?
Hinter dem Kürzel "PA" stand der Begriff "pointed Arms", womit darauf hingewiesen wurde, dass es sich um eine Spitzdeckelmechanik handelt. Eingeführt wurde diese Nomenklatur etwa zu Beginn der 90er Jahre und wurde bis etwa Dezember 2007 gefertigt. Hauptmerkmal dieser Modellreihe ist die "pinless left-hand" Mechanik, wo die Klappen der linken Hand ohne Stahlstife auskommen. Die rechte Hand blieb noch "gestiftet".
Unter dem Begriff "Brögger System" ("BR-") sind mehrere Patente des Flötenbauers Johan Brögger zusammengefasst, von denen wir im Moment zwei bereits verwirklicht haben: Die Brögger Daumenklappe und die stiftlose Hauptmechanik. "Partial Brögger" ("PB-") ist unsere Standardausführung und bedeutet eine (echt) stiftlose Hauptmechanik kombiniert mit einer Daumenklappe im traditionellen Design. Mehr dazu finden Sie in unserem Flyer
Die Farbe der Polster meiner Flöte ist nicht einheitlich - Woher kommt das?
Hersteller von Flötenpolstern betreiben einen großen Aufwand, um eine gleichmäßige Färbung Ihrer Polster zu erreichen. Dennoch lässt es sich nicht vermeiden, dass sogar auf einer Flöte verschiedene Farbvariationen auftauchen. Um dieses Phänomen zu verstehen, müssen Ihnen die Grundeigenschaften der Polsterhaut bekannt sein.
Straubinger pads, wie auch Premium Filzpolster sind mit einer dünnen Membran umgeben, weitläufig als "Goldschläger-Haut" oder "Fischhaut" bekannt. Diese Haut besteht meist aus Eiweiß, das aus einer die inneren Organe umgebenden Schutzschicht von Kühen gewonnen wird. Ein Naturprodukt also, wo keines dem anderen gleicht. So kommt es auch zu Unterschieden und Unregelmäßigkeiten in der Polsterhaut. Es können übrigens nur einige wenige Häute von Organen für die Herstellung von Polstern verwendet werden.
Änderungen des Wetters beeinflussen ebenso die Haut, die sie schrumpfen oder quellen lassen. Bei der Herstellung wird die Haut mit einem biologischem Farbstoff gelb eingefärbt und mit anderen Chemikalien behandelt, um sie luftdicht und stabiler zu machen. Das Gewebe der Haut bestimmt schließlich wieviel Farbe aufgenommen wird.
Wie oben schon erwähnt versuchen die Hersteller, möglichst einheitlich Farbtöne für die Polster-Sets abzupacken. Aber es wird immer kleine Abweichungen geben, die sich aber keineswegs auf die Haltbarkeit oder Leistungsfähigkeit der Polster auswirken.
Die Polster meiner Flöte "schmatzen" - Was kann ich tun?
Schmatzende, klebrige Polster sind ein weitverbreitetes Problem. Sie haben ihre Ursache in der Ansammlung von Schmutz und Öl auf der Polsteroberfläche und Tonlochkaminen. Es gibt eine Reihe von Maßnahmen zur Vorbeugung und Verringerung dieses Problems.
Die beste Lösung heißt Vorbeugen. D. h. die Flöte muss konsequent dem Einfluss von Staub und Öl entzogen werden. Manche Flötisten haben relativ viel Säure im Speichel und/oder in der Haut. Daher sollten Sie vorsorglich vor dem Spielen Ihre Hände waschen. Darüber hinaus empfehlen wir, sich vorher die Zähne zu putzen – Ihre Polster werden es Ihnen danken!
Wischen Sie nach jedem Spielen das Innere Ihrer Flöte unbedingt mit einem reinen Baumwolltuch aus. Benutzen Sie dabei möglichst einen Putzstock aus Holz um Kratzer zu vermeiden. Vermeiden Sie möglichst sog. "pad saver"-Reinigungstücher! Obwohl diese ordentliche Reinigungsergebnisse zeigen sind sie dafür konstruiert, im Flötenrohr aufbewahrt zu werden. Allerdings kann dann die Feuchtigkeit nicht schnell genug entweichen und hindert die Polster daran, abzutrocken. Für die Aussenseite Ihrer Flöte verwenden Sie am besten ein Mircofasertuch um Fingerabdrücke, etc. zu entfernen. Tücher, die mit Chemikalien getränkt sind, sind ungeeignet und verursachen im Lauf der Zeit viele Probleme. Verwahren Sie Putzstock und –tuch nicht im Flötenetui und vergessen Sie nicht, das Putztuch regelmäßig zu waschen.
Sie werden, trotz dieser Vorsorgemaßnahmen, vielleicht immer noch schmatzende Polster bekommen. Sie können diese auch selbst reinigen, was i. d. R. zu guten Ergebnissen führt. Aber es muss unbedingt äusserst vorsichtig vorgegangen werden, um Ihre Polster nicht zu beschädigen.
Zigarettenpapier ist ein gutes Hilfsmittel. Allerdings nach Möglichkeit eines ohne Gummierung. Falls kein anderes erhältlich ist, bitte vorsorglich den Teil mit der Gummierung entfernen. Legen Sie ein Blatt Zigarettenpapier zwischen Polster und Tonloch. Drücken Sie ganz behutsam die Klappe nach unten. Ziehen Sie vorsichtig und nur ganz wenig ein-, zweimal daran. So kann Staub und Öl auf das Papier übertragen werden. Ziehen Sie nicht nicht einfach das Papier komplett durch – das wird die Fischhaut ruinieren.
Wenn keine Besserung eintritt versuchen Sie es noch einmal mit einem neuen Papier und die ziehen Sie dabei das Papier diesesmal in eine andere Richtung. Führen Sie aber diese Methode nicht zu oft durch, am besten einmal im Monat und höchstens einmal pro Woche. Die strukturellen Unregelmäßigkeiten des Papiers führen eventuell sogar zum Reißen der Polsterhaut.
Während des jährlichen Services wird Ihre Werkstatt nicht nur die Polster und Tonlöcher reinigen, sondern bei Bedarf auch verschlissene Polster ersetzen. Also ein weiterer Punkt, warum Sie Ihre Flöte zumindest einmal im Jahr prüfen lassen sollten.
Hilfe! - Meine Flöte stimmt nicht?!
Diese Frage erreicht uns manchmal, wenn jemand zuhause mit einem Stimmgerät hantiert. Natürlich scheint die Frage zunächst berechtigt, denn das Stimmgerät "muss" ja stimmen...
Nun, ganz so einfach ist es leider nicht, über dieses Thema kann leicht ein ganzes Buch gefüllt werden.
Lassen Sie es mich versuchen etwas einfacher zu beschreiben:
Es gibt den technischen Aspekt, also die Länge der Röhre, die Positon der Tonlöcher, etc., den spielerischen Aspekt (bspw. persönliche Disposition) und letztlich Faktoren, die von außen einwirken (bspw. Raumtemperatur).
All diese Faktoren beeinflussen letztlich die Stimmung eines Instrumentes.
Während wir als Hersteller den technischen Aspekt sicher stellen (wenn Sie beispielsweise eine 444 Flöte neben eine 442 Flöte legen, sehen Sie sehr schön die unterschiedliche Rohrlänge), können wir die anderen beiden Bereiche nicht beeinflussen.
Unsere Miyazawas werden mit einer sogenannten akustischen Länge von A:442 (A:444 auf Wunsch) gebaut.